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«Feiggenossen?» Operation Libero fordert die Neutralitätsinitiative heraus.

Medienmitteilung

Mit einer grossformatigen Provokation auf einer Felswand in Interlaken setzt Operation Libero am 1. August der Inszenierung des Ja-Lagers im Tellspiel-Areal ein starkes Bild entgegen. Die Bewegung warnt, die Neutralitätsinitiative von SVP und Pro Schweiz mache die Schweiz nicht souveräner, sondern isolierter, schwächer und feiger.

Interlaken, 1. August 2026. Die ikonischen Eidgenossen verschliessen am Nationalfeiertag Augen, Ohren und Mund. Darüber die Frage «Feiggenossen?», und darunter die Auflösung «Neutralitätsinitiative Nein». Mit einer auffälligen Projektion auf einer Felswand im Berner Oberland lanciert Operation Libero offiziell ihre Kampagne gegen die Neutralitätsinitiative.

Die Aktion ist bewusst als Gegenhalten zur Grossveranstaltung von Pro Schweiz im Areal der Tellspiele angelegt. Während das Ja-Lager die Neutralität als Garant für Souveränität inszeniert, stellt Operation Libero eine andere Vorstellung ins Zentrum: Langfristige Souveränität entsteht nicht durch Neutralität, sondern durch Sicherheit und Kooperationen.

«Die Initiative verkauft Feigheit als Unabhängigkeit. Sie läuft darauf hinaus, dass die Schweiz wegschaut, wenn Völkerrecht gebrochen wird, und schweigt, wenn Autokraten Demokratien angreifen. Das ist keine Neutralität, sondern Selbstisolierung», sagt Lisa Marchon, Co-Präsidentin von Operation Libero.

Die Initiative will ein extremes und starres Verständnis der Neutralität in der Bundesverfassung verankern. Damit würde sich die Schweiz selbst die Hände binden und einen wesentlichen Teil ihres aussenpolitischen Handlungsspielraums aufgeben. Sie müsste die Realität ausserhalb ihrer Grenzen ignorieren, selbst wenn Freiheit, Demokratie und Völkerrecht angegriffen werden.

Für Operation Libero war und ist unsere Neutralität nicht eine Meinungsneutralität. Neutralität ist ein Instrument der Aussen- und Sicherheitspolitik. Sie darf nicht zum Vorwand werden, politische Verantwortung abzugeben.

«Ohne Demokratie, europäische Kooperation und einer gerechten internationalen Ordnung, können die Schweizerinnen und Schweizer ihre Freiheiten und Rechte nicht sichern. Diese müssen Vorrang über die Neutralität haben», sagt Marchon.

Das projizierte Bild der drei Eidgenossen bildet zugleich das Kampagnensujet von Operation Libero. Damit bringt das Sujet die zentrale Kritik an der Initiative auf den Punkt: Sie will aus der Eidgenossenschaft eine Feiggenossenschaft machen. Der Kampagnenclaim lautet treffend «Nein zur feigen Neutralitätsinitiative».

«Die SVP assoziiert sich gern mit der Figur des Eidgenossen, dabei gehört sie uns allen. Sie steht für Mut, Freiheit und Widerstand gegen Willkür. Mit ihrer Initiative verkehrt die SVP diese Werte ins Gegenteil: Sie entwirft eine Schweiz, die sich aus Angst selbst fesselt, statt frei und entschlossen zu handeln. Genau deshalb greifen wir diese Bildwelt auf und geben ihr ihre Bedeutung zurück», sagt Julius Felix, Co-Präsident von Operation Libero.

Die Abstimmung vom 27. September ist für Operation Libero bereits der vierte eidgenössische Abstimmungskampf des Jahres. Zuvor war die Bewegung bei der Halbierungsinitiative, der Nachhaltigkeitsinitiative und der Individualbesteuerung erfolgreich. In allen drei Abstimmungen setzte sie sich gegen die Position der SVP durch.

Lisa Marchon
Co-Präsidentin

Julius Felix
Co-Präsident