Europa:
Hier bin ich Mensch
Am 27. September geht es nicht nur um die Personenfreizügigkeit, nicht nur um die Bilateralen, nicht nur um unsere Wirtschaft, nicht nur um unsere freiheitlichen Errungenschaften – sondern auch um unsere Beziehungen in und mit Europa. Und um unseren Beitrag an das europäische Projekt. Um uns. Als Menschen mitten in Europa. Denn Europa macht Freiheit zu einer gemeinsamen Realität. Die Kündigungsinitiative hingegen trennt uns.
Kein Mensch ist nur Grenzgebiet
In einer Stunde ist Ulla in Waldshut ennet dem Rhein. Dort wuchs sie auf. Und auf der anderen Seite des Flusses ihr jetziger Ehemann. Ihre Familie gründeten sie in der Schweiz.
Kein Mensch ist nur Grenzgebiet
In einer Stunde ist Ulla in Waldshut ennet dem Rhein. Dort wuchs sie auf. Und auf der anderen Seite des Flusses ihr jetziger Ehemann. Ihre Familie gründeten sie in der Schweiz.
Wieso wir am 27. September NEIN zur Kündigungsinitiative stimmen
Lies unsere Argumente
Wofür wir einstehen
Das europäische Projekt dient den Menschen. Dies geht hinter der teils technokratischen und kaltschnäuzigen Fassade der Europäischen Union leicht vergessen. Aber das europäische Projekt basiert, so steht es in seiner Grundrechte-Charta, auf den unteilbaren und universellen Werten der Würde des Menschen, der Gleichheit und der Solidarität. Es stellt den Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns. Die EU ist im Kern immer noch ein Friedensprojekt. Denn das Risiko von bewaffneten Konflikten gefährdet nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Freiheit, die Autonomie, die Entfaltungsmöglichkeiten und den Wohlstand der Menschen. Deshalb ist die Sicherung des Friedens eine Vorbedingung für die Sicherung all dieser für uns so wertvollen Güter.
Wir sind alles andere als enthusiastisch darüber, wie demokratisch, funktional oder kohärent die EU ist – ihre Mängel sind offensichtlich. Aber in ihrer ersten und zentralsten Aufgabe ist sie erfolgreich: Sie hat für Europa einen Raum der Sicherheit, der Freiheit und des Rechts geschaffen, der zu einer Solidarität unter den Mitgliedstaaten und den Bürgerinnen und Bürgern Europas verpflichtet, und damit zu Frieden. Dieser Frieden ist die wichtigste Zutat für ein Leben in Freiheit und Würde. Im 21. Jahrhundert ist die EU die plausibelste Kandidatin, liberale Demokratie und die Idee von Menschenrechten gegen den weltweit wachsenden Druck autoritärer Regime verteidigen zu können. Das europäische Projekt darf daher auf keinen Fall geschwächt, oder gar beendet werden. Es muss verbessert werden. Dazu können wir einen Beitrag leisten, auch ohne Mitglied zu sein. Aber dafür müssen wir in einer freundschaftlichen und organisierten Beziehung zu Europa stehen.
Wofür wir einstehen
Die Personenfreizügigkeit ist unsere gemeinsame, freiheitliche Errungenschaft – ein Geschenk der EuropäerInnen an sich selber: Dank dem Freizügigkeitsabkommen erhalten SchweizerInnen und EU-BürgerInnen das Recht, ihren Arbeitsplatz und Aufenthaltsort innerhalb der Staatsgebiete der Vertragsparteien frei zu wählen. Kurz: Die Personenfreizügigkeit überlässt uns die Wahl, wo wir in Europa leben, lieben und arbeiten wollen.
Die Personenfreizügigkeit ist somit ist ein wichtiges Freiheitsrecht für uns Schweizerinnen und Schweizer: Dank der Personenfreizügigkeit haben auch wir einen Anspruch, in der EU leben, arbeiten und lieben zu können. Heute leben, arbeiten und lieben über eine halbe Million SchweizerInnen in Europa. Tausende machen zudem jedes Jahr ein Austauschsemester, ein Praktikum oder einen längeren Sprachaufenthalt in einem anderen europäischen Land.
Die Personenfreizügigkeit ist ein Abbild unserer Lebensrealität: Unsere Lebens-, Arbeits- und Beziehungsräume machen schon längst nicht mehr an unseren Grenzen halt, wenn sie das überhaupt je taten. Wie verflochten unsere persönlichen Geschichten über die Grenzen hinaus sind, und wie wichtig unsere Freiheiten sind, um diese Geschichten zu leben, hat Corona deutlich gezeigt.
Unsere Beiträge zur Kündigungsinitiative
Kein Mensch ist nur Arbeitssuchender
João wuchs als Kind portugiesischer Eltern in Südafrika auf. Dann verliebte er sich in eine Schweizerin und zog vor kurzem nach Zürich. Nun lernt er deutsch für seinen nächsten Job.
Kein Mensch ist nur Arbeitssuchender
João wuchs als Kind portugiesischer Eltern in Südafrika auf. Dann verliebte er sich in eine Schweizerin und zog vor kurzem nach Zürich. Nun lernt er deutsch für seinen nächsten Job.
Abstimmen nicht vergessen.
Kein Mensch ist nur Seconda
Isabella ist in Zofingen als Kind italienischer Eltern geboren, ging hier zur Schule und in die Lehre, gründete mit ihrem Lebenspartner eine Familie und ist heute in der Erwachsenenbildung tätig.
Kein Mensch ist nur Seconda
Isabella ist in Zofingen als Kind italienischer Eltern geboren, ging hier zur Schule und in die Lehre, gründete mit ihrem Lebenspartner eine Familie und ist heute in der Erwachsenenbildung tätig.
Studierende, Rentnerinnen, Unternehmerinnen, Arbeitnehmerinnen, Arbeitssuchende, Auslandschweizer, Einwanderer, Auswanderinnen, Eltern, Geschwister, Paare. Menschen.
Was du gegen die Kündigungsinitiative tun kannst...
On- und offline aktiv werden
Kein Mensch ist nur Auslandschweizer
Franz: Ein St. Galler, der seit 21 Jahren in Schottland Physik unterrichtet, weltweit forscht und in der Schweiz Politik macht
Kein Mensch ist nur Auslandschweizer
Franz: Ein St. Galler, der seit 21 Jahren in Schottland Physik unterrichtet, weltweit forscht und in der Schweiz Politik macht
Besuche die virtuelle Ausstellung und bestaune die Porträts im Grossformat
Die Fotoausstellung «Kein Mensch ist nur» mit persönlichen Porträtbildern von Maurice Haas im Online Game “Second Life” ist eröffnet. Wir freuen uns auf deinen Besuch! Anleitung
Kein Mensch ist nur Einwanderin
Lola wurde in Spanien geboren und kam mit zwölf als Kind einer Brasilianerin und eines Deutschen in die Schweiz. Diese ist nun ihr Zuhause.
Kein Mensch ist nur Einwanderin
Lola wurde in Spanien geboren und kam mit zwölf als Kind einer Brasilianerin und eines Deutschen in die Schweiz. Diese ist nun ihr Zuhause.
Der Countdown läuft...
Bis am 27. September gilt es alle Kräfte zu mobilisieren und die Kündigungsinitiative an der Urne zu bodigen.
Kein Mensch ist nur Flüchtling
Ruedi's Leben wäre anders verlaufen, wären seine Eltern 1968 nicht aus Tschechien in die Schweiz geflüchtet. Heute geniesst der pensionierte Arzt in Bern sein Leben - und seine Familie.
Kein Mensch ist nur Flüchtling
Ruedi's Leben wäre anders verlaufen, wären seine Eltern 1968 nicht aus Tschechien in die Schweiz geflüchtet. Heute geniesst der pensionierte Arzt in Bern sein Leben - und seine Familie.
Fotografie: Maurice Haas
Art Direction: Micha Rückstein
Virtuelle Ausstellung: Urs Brauchli
Konzeption: Operation Libero