Ehe für alle Operation Libero

An alle Heteros: Warum ein Ja zur Ehe für alle eine demokratiepolitische Pflicht für euch ist

Gleiche Rechte: Unser aller Bier

Am 26. September stimmen wir über die Ehe für alle ab. Ist diese Vorlage ein reines Anliegen der LGBTQI+-Community? Mitnichten! Auch heterosexuelle Menschen haben als Verbündete gute Gründe, um sich für ein Ja zur Ehe für alle einzusetzen.

Mein Onkel, deine Schwester, euer Nachbar, seine Arbeitskollegin, unser bester Freund... Viele von uns kennen, lieben und schätzen Personen in unserem Umfeld, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben. Vielleicht tun wir dies sogar selber. Egal ob LGBTIQ+ oder hetero: Wir alle sind ein Teil unserer offenen Gesellschaft und einer lebendigen Demokratie.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass auch Menschen, die vielleicht nicht direkt von dieser Abstimmungsvorlage betroffen sind, als Verbündete – als Allies – am 26. September ein Ja in die Urne werfen. Denn ein Ja zur Ehe für alle ist ein Bekenntnis zu unseren demokratiepolitischen Werten: Grundrechte, Rechtsgleichheit, Menschenwürde, Selbstbestimmung und individuelle Freiheit.

It’s the Bundesverfassung

Glücklicherweise leben wir in einer Staatsform, welche die Grund- und Menschenrechte aller als höchstes Gut und als ultimative Basis des gesellschaftlichen Zusammenlebens garantiert. So ist in der Bundesverfassung festgeschrieben, dass der Schweizer Staat die Menschenwürde achtet und schützt (Art.7 BV) und dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind (Art. 8 BV). Ebenso gewährleistet sie uns das Recht auf Ehe und Familie (Art. 14 BV). Diese Grundrechte gelten für alle.

In der Bundesverfassung wird nicht definiert, dass die Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann. Trotzdem wird gleichgeschlechtlichen Paaren heute das Grundrecht auf Ehe und Familie verwehrt. Dass ein Grundrecht für alle in der Tat nur als Privileg für eine gewisse Lebensform gewährt wird, geht in einer Demokratie alle etwas an – auch Heteros, die von dieser Ungleichbehandlung (eigentlich) nicht betroffen sind. Denn wir alle profitieren heute und in Zukunft davon, wenn sich unser Staat an seine eigene Bundesverfassung hält und die darin gewährten Rechte auch wirklich allen garantiert.

Ungleichbehandlung aufgrund der Lebensform ist einer Demokratie unwürdig

Hier die vollwertige Ehe für verschiedengeschlechtliche Paare mit Zugang zu wichtigen Rechten, beispielsweise bei 

  • der erleichterten Einbürgerung,
  • dem Bezug von Witwenrenten, 
  • und dem Zugang zum Adoptionsverfahren und der Fortpflanzungsmedizin.

Dort bloss die eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare, ohne Zugang zu diesen Rechte. Diese Ungleichbehandlung von gewissen Paaren durch den Staat ist demokratiepolitisch in vielerlei Hinsicht ungerechtfertigt.

Auch Lebensformen, die von der (heterosexuellen) “Norm” abweichen, gehören in einer Demokratie rechtlich gleichberechtigt. It’s the Bundesverfassung – schon wieder. Sie hält nämlich fest, dass niemand aufgrund der Lebensform diskriminiert werden darf (Art. 8 Abs. 2). Kein Mensch darf aufgrund seines Geschlechts oder seiner sexuellen Orientierung gegenüber einem anderen schlechter gestellt oder benachteiligt werden. Die rechtliche Ungleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Paare bei der Eheschliessung und der Familiengründung widerspricht diesem Grundsatz klar.

Dies fällt umso mehr ins Gewicht, als dass gleichgeschlechtliche Paare und ihre Familien zur Schweiz gehören. Sie sind Teil unserer vielfältigen Gesellschaft und bereichern sie. Nur weil die Ehe historisch zwischen Mann und Frau verstanden wurde, ist diese Form des Zusammenlebens weder ein Privileg, noch absolute gesellschaftliche Realität.

Freiheit: lieben und lieben lassen

In einer Demokratie respektieren wir uns gegenseitig, für was wir sind. Wir akzeptieren uns, egal ob wir in der Stadt oder auf dem Land wohnen, welche Sprache wir sprechen oder wen wir lieben. Wir lieben und lassen lieben. Die Gesetze der Schweiz sollen es uns ermöglichen, als gleichberechtigte Menschen unsere persönliche Freiheit zu leben und Verantwortung gegenüber unseren Familien, unserem Umfeld und unserer Gesellschaft zu übernehmen. Der Beschluss, heiraten zu wollen oder eine Familie zu gründen, soll in unserer liberalen Gesellschaft frei und einvernehmlich zwischen zwei erwachsenen Menschen gefällt werden können. Ganz egal, welchem Geschlecht sie angehören und welche sexuelle Orientierung sie haben.

Rechtsgleichheit, Selbstbestimmung und individuelle Freiheit sind Schweizer Werte, die uns stark machen. Dafür stehst du auch ein, wenn du am 26. September Ja stimmst. Es ist höchste Zeit, das Recht auf Ehe und damit die Menschenwürde für alle zu gewähren. Im Vergleich mit anderen Demokratien, die die Ehe für alle längst eingeführt haben, ist die Schweiz hierbei klare Nachzüglerin. Mit einem Ja am 26. September korrigieren wir diesen Umstand.

Niemand verliert, wenn alle gewinnen

Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist die Ehe kein «Muss», um eine anerkannte Partnerschaft führen und eine Familie gründen zu können. Zwei Menschen sollen sich aber selber für oder gegen die Ehe oder eine Familiengründung entscheiden können, ohne dabei Ungleichbehandlung erfahren zu müssen. Ein Ja am 26. September ist also kein Gefallen an meinen Onkel, deine Schwester, euren Nachbar, seine Arbeitskollegin und unseren besten Freund, sondern ein Ja zu unseren liberalen Werten. Für den Erhalt und die Weiterentwicklung der liberalen Demokratie lohnt es sich, zu kämpfen.

Mit einem Ja zur Ehe für alle respektieren wir nicht nur die Selbstbestimmung zweier Individuen, sondern stärken auch die liberale Wertebasis unserer Gesellschaft. Treten wir als wahre Verbündete auf, machen wir von unserem demokratischen Recht Gebrauch und handeln entsprechend, damit die Ehe für alle endlich Realität wird.

Verfasserin: Céline Barmet

 

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